Aus einer Kiesgrube bei Wittstock werden im März 2007 Funde menschlicher Knochen gemeldet. Ein Baggerfahrer hat beim Sandabbau Langknochen und Schädel in der Schaufel seines Radladers entdeckt. Ein erstes anthropologisches Gutachten ergibt, dass die Gebeine nicht in das 20. Jh. datieren und somit nicht von den Todesmärschen vom Ende des Zweiten Weltkrieges stammen – es handelt sich um Gefallene der Schlacht bei Wittstock vom 4. Oktober 1636.
Diese Datierung ist Anlass für eine von Archäologen und Anthropologen gemeinsam durchgeführte Ausgrabung. Die Fachrichtungen arbeiten Hand in Hand, um bereits während der Ausgrabung möglichst viele Informationen zu erfassen und sich beratend zur Seite zu stehen.

Um die Grube effizient zu nutzen, wurden die Toten dicht an dicht in das Grab gelegt (Foto: A. Grothe).
Die Skelette werden sorgfältig freigelegt und geborgen, auch die Einzelknochen und Funde der Baggerstörung aus dem Sand ausgesiebt. Die Mitarbeiter dokumentieren jeden Arbeits- schritt mit modernen Foto- und Vermessungsmethoden.
Am Ende der Untersuchung sind aus dem ursprünglich etwa 6 x 3,5 m großen Massengrab 88 Skelette in originaler Fundlage und zahlreiche Einzelknochen weiterer Individuen geborgen. Etwa 125 Tote waren im Oktober 1636 in dem Grab bestattet worden.










